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Vesperkirche – für Leib und Seele

Vesperkirche – für Leib und Seele

Ludwigsburg. Am kommenden Wochenende startet die 17. Vesperkirche in der Barockstadt und setzt ein Zeichen der Solidarität in unruhigen Zeiten.

Jeder kann bedürftig werden: Dem einen zieht der Verlust des Arbeitsplatzes den Boden unter den Füßen weg, dem anderen nimmt Krankheit oder Einsamkeit den Lebensmut. Not hat viele Gesichter, aber zumindest in den kommenden drei Wochen einen gemeinsamen Ort der Linderung: Vom 8. Februar bis zum 1. März öffnet wieder die Ludwigsburger Vesperkirche ihre Pforten – und die Solidarität ist groß.

Mittagessen im Zentrum

Zirka 10.000 Mittagessen werden in dieser Zeit ausgegeben und 500 bis 600 Ehrenamtliche tragen ihren Teil dazu bei, dass die Ludwigsburger Friedenskirche erneut zu einem Ort der Solidarität werden kann – für all jene, die es weniger gut im Leben getroffen haben. Weil ein erklärtes Ziel auch ein gesellschaftlicher Brückenbau ist, legt man hier auch großen Wert darauf, dass nicht nur Menschen in schwierigen Lebenslagen in die Vesperkirche kommen, sondern auch diejenigen, die über ein gesichertes Einkommen verfügen.

Mittagessen im Zentrum

Zentraler Treffpunkt ist das gemeinsame Essen, dieses Jahr übrigens mit dem vegetarischen Samstag als Novum. Es gibt aber auch ein Kulturprogramm und verschiedene weitere Angebote, etwa für einen lange ersehnten Haarschnitt aus fachkundiger Hand oder auch für gespendete warme Winterkleidung. Außerdem soll die Vesperkirche als Türöffner fungieren: So gibt es auch die „Sozialberatung in der Kirchenbank“ und auch ein Seelsorgeangebot.

Spenden sind wichtiger denn je

Die Fäden für die bevorstehenden drei Vesperkirchen-Wochen laufen bei Martin Strecker, Geschäftsführer des Kreisdiakonieverbandes, Diakoniepfarrer Dennis Müller und Carola Benker vom Kreisdiakonieverband zusammen. Diese haben bereits bei einem Pressegespräch im vergangenen November verdeutlicht, dass man in Zeiten steigender Preise und hoher Personalkosten mehr denn je auf Spenden angewiesen ist: Man hoffe darauf, dass nicht nur die vielen Ehrenamtlichen, sondern auch die Spender trotz der schwierigen Zeit hinter der Vesperkirche stehen.

Not hat viele Gesichter

Schon da hatte Strecker darauf hingewiesen, dass die Kritik an Empfängern von Sozialleistungen, wie sie in der Politik derzeit stattfinden, seiner Erfahrung nach nicht gerechtfertigt sei. „Wir erhalten bei unseren Beratungen einen ganz anderen Eindruck“, bestätigte auch Carola Benker. Betroffen seien häufig Alleinerziehende, Rentner und chronisch Kranke, aber auch Familien, die trotz Erwerbstätigkeit Anspruch auf Aufstockungshilfe haben. „Uns wird ein anderes Bild von den Menschen vermittelt, die auf Sozialhilfe angewiesen sind.“

Gesellschaftliche Solidarität

Auch wenn allgemein die Bereitschaft zu ehrenamtlichem Engagement sinke, steige die Bereitschaft zur Mithilfe in der Vesperkirche, so die Organisatoren: „Die Leute spüren, dass Solidarität das ist, was zählt und die Gesellschaft weiter bringt“, interpretierte Martin Strecker im Herbst diese Entwicklung. Ohne Empathie und die daraus entstehende Solidarität werde es zunehmend schwieriger, diese herausfordernde Zeit zu überstehen.

Kuchenhotline geschaltet

Für alle, die Kuchen für die Vesperkirche spenden möchten, ist ab Sonntag, 1. Februar, eine Kuchenhotline geschaltet: (0176) 75 21 50 57. Wichtig: Man darf nur durchgebackene Kuchen annehmen – keine Sahnetorten. Außerdem darf kein Alkohol enthalten sein.
Andererseits weiß das Vesperkirchenteam aus Erfahrung: Käsekuchen in allen Variationen sind besonders gefragt. Bei Kaffee und Kuchen kommt man ja auch gut und gesellschaftsübergreifend ins Gespräch. Und davon profitieren schließlich alle.

INfo:
Die Vesperkirche findet von 8. Februar bis 1. März in der Ludwigsburger
Friedenskirche, Stuttgarter Straße 42, statt. Geöffnet ist täglich von
11:30 Uhr bis 14:30 Uhr. Weitere
Informationen gibt es im Internet unter:
www.vesperkirche-ludwigsburg.de

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