Ludwigsburg. Kulturell kann das Jahr wieder voll einsteigen: wie wäre es mit namhaften Virtuosen mit einem Spitzenorchester oder einer kanadischen Ballett-Kompanie?
Wenn Deutschlands junge musikalische Elite zu den Instrumenten greift, begeistert sie Publikum und Kritik gleichermaßen. Das Bundesjugendorchester ist Deutschlands jüngstes Spitzenorchester für Nachwuchsmusiker im Alter von 14 bis 19 Jahren und gastiert im Forum am Schlosspark in Ludwigsburg. Mitreißende Energie und bemerkenswerte Professionalität verbinden sich hier zu einem einzigartigen Klangkörper. Die jungen Musiker erleben den Alltag und die Herausforderungen eines erstklassigen Berufsorchesters, erarbeiten anspruchsvolles Repertoire, arbeiten mit namhaften Solisten und Dirigenten zusammen und vertreten Deutschland als Kulturbotschafter auf internationalen Konzertreisen. Gleichzeitig lernen sie, wie viel Freude und Verantwortung das gemeinsame Musizieren mit sich bringt. Ins Reich von Märchen und Sagen führt ihr diesjähriges Konzert unter der Leitung der estnischen Dirigentin Anu Tali: von nordischen Runengesängen in Jean Sibelius‘ geheimnisvoller sinfonischer Dichtung „Pohjolas Tochter“ bis zu einer alttestamentlichen Tragödie in Felix Mendelssohn Bartholdys Ouvertüre zu „Athalia“. Ebenso mystisch wie elektrisierend ist das russische Märchen vom Feuervogel, der den bösen Zauberer Kastschej und seine Dämonen besiegt.
Die Ballettmusik mit ihren staunenswerten Rhythmen und sirrenden, flirrenden Klängen machte den damals 27-jährigen Igor Strawinsky schlagartig bekannt. Zwischen Herz und Verstand, Klassik und Romantik beginnt in diesem musikalischen Umfeld auch Mendelssohns Violinkonzert zu schillern, interpretiert vom mehrfach ausgezeichneten Geiger Stephen Waarts.
Zeitgenössischer Tanz aus Kanada
Am Samstag, dem 17. Januar, steht „Ballet BC“ auf dem Programm. Die zeitgenössische Compagnie kommt aus Vancouver, einer Stadt an der Westküste Kanadas, und trägt den Namen der Provinz British Columbia.
Ballet BC widmet sich konsequent neuen choreografischen Arbeiten und wird seit 2020 von Medhi Walerski geleitet, der zu Beginn der 2000er-Jahre als prägender Tänzer des Nederlands Dans Theater bekannt wurde. Sein Werk „Sway“ kreist um Optimismus und die Unerschütterlichkeit der Hoffnung und ist inspiriert von Emily Dickinsons Gedicht „Hope is the thing with feathers“. In einem fließenden, lyrischen Bewegungsstil übersetzt Walerski das titelgebende „Schwanken“ in ein Mitschwingen im Strom des Lebens – ein tänzerisches Wiegen. Düster und geheimnisvoll wirkt „Frontier“ von Crystal Pite, die seit Jahren zu den gefragtesten Choreografinnen weltweit zählt. Schwarze, gesichtslose Gestalten gleiten über die Bühne, beeinflussen die Menschen und lösen im Zusammenspiel mit mächtigem Chorgesang Gefühle von Angst oder Euphorie aus. Choreografien zu Maurice Ravels berühmtem „Boléro“ gibt es viele. Shahar Binyaminis „Bolero X“ verzichtet jedoch auf einen einzelnen Protagonisten und richtet den Blick auf die sinnliche Kraft, die die ekstatische Musik innerhalb einer Gemeinschaft entfaltet: Das Ensemble pulsiert und strömt wie ein einziger Organismus und steigert seine Energie aus sich selbst heraus. (red)
infO:
Stephen Waarts und das
Bundesjugendorchester
15. Januar, ab 20 Uhr
Ballett BC
17. Januar, 19 Uhr
Im Forum am Schlosspark





